Gut Neuwerk ist im Rahmen eines Gnadenhofes Heimat für Katzen, Esel, Schafe und Gänse geworden, die kein zu Hause mehr, oder in ihrem bisherigen zu Hause keine Zukunft mehr hatten. Diese Tiere sind die ständigen Begleiter auf dem Hof. Auf Gut Neuwerk findet durch die Psychotherapeutin Anna Steinhausen-Wachowsky die tiergestützte Therapie ein zu Hause.  Es werden Therapeuten und Projektgruppen zur Verwirklichung der tiergestützten Therapie vielfältige Möglichkeiten angeboten: Historische Räumlichkeiten können zu Therapiezwecken und zur Veranstaltung von Workshops und Seminaren angemietet werden. Therapeuten können ihre Therapietiere mitbringen und die Strukturen des 6ha großen Naturgutes nutzen. Wie mannigfaltig die Einsatzmöglichkeiten von tierischen Co-Therapeuten sind, zeigt die folgende konzeptionelle Ausarbeitung der Psychotherapeutin Steinhausen-Wachowsky. Sie gründete im Jahre 2011 die "Stiftung für tiergestützte Therapie", die therapeutische Projekte im Bereich der tiergestützten Therapie fördert und diese voranbringen soll.


TIERGESTÜTZTE THERAPIE

Tiergestützte Therapie umfasst therapeutische Interventionen und Programme im diziplinären und interdiziplinären Kontext, bei denen der/die Behandler ein Tier als Co-Therapeuten in das Therapiekonzept miteinbezieht. Tiere bieten eine Kommunikationsebene an, die instinktive, körperliche und taktile Elemente stärker als verbale Elemente hervorhebt. Dabei ist das Beziehungsangebot stärker, als der Inhaltsaspekt des Kontaktangebotes. Dadurch sprechen die Tiere den Menschen in seinem „archaischen Sein“ an und erwecken in ihm Urinstinkte, Selbstheilungskräfte und tiefere Strukturen des Körperbewusstsein.

Die tiergestützte Therapie findet vor allem  in folgenden  Berufsgruppen ihre Anwendung: Pädagogik, Kinder- und Jugendarbeit, analytische verhaltenstherapeutische und tiefenpsychologische Psychotherapie für Erwachsene und Kinder, Sozialpädagogik und Geriatrie. Die positiven Effekte, die durch die Intervention und Präsenz des Tieres auf den therapeutischen Prozess einwirken, sind sehr wertvoll. Die Wirkung eines Tieres im therapeutischen Kontext kann folgende Effekte auf den zu therapierenden Menschen haben:

  • Psychische und körperliche Blockaden auflösen
  • Handlungsbereitschaft und Handlungsmöglichkeiten aktivieren
  • Empathie fördern
  • Eingekapselte Konflikte und Blockaden aufbrechen
  • Archaische Sehnsüchte und Fähigkeiten erwecken
  • Urtümliche Selbstheilungskräfte aktivieren.  

TIERGESTÜTZTE THERAPIE BEI TRAUMAPATIENTEN

Fachlich spricht man von einem Trauma, wenn etwas passiert, etwas Unbegreifliches, was die Seele und der Körper nicht bewältigen können. Symptome eines Traumas sind: Hilflosigkeit, Ohnmacht, Angst, Konzentrationsverlust, Erschütterung des Selbst-und Weltverständnisses, innere Bilder, die den traumatisierten Menschen immer wieder in die traumatisierende Situation zurückversetzten. Bei Traumaopfern entsteht so ein seelisches und körperliches Ungleichgewicht und in der Konsequenz Handlungsunfähigkeit. Es handelt sich um eine Art „Schockgefrorensein“ ohne Ausweg aus dem Leiden: „Versteinert aus Angst und Trauer“! Dies kann in einer Trauma-Therapie zu Behandlungsproblemen führen: 

Das Hilfsangebot des Therapeuten kann in dieser Phase, in diesen Momenten und Zuständen, Stress erzeugen. Sich erklären zu müssen, jemandem Fremden etwas sagen zu sollen, was völlig diffus und unkontrollierbar Körper, Geist und Seele beherrscht, überfordert häufig. Unkontrollierbar und durch Schlüsselreize ausgelöst kommt es immer wieder zu sogenannten „Flashbacks“. Es ist eine Art Kurzschluss im Gehirn passiert! Die traumatische Erfahrung wird im impliziten Gedächtnis, sprich im „Gefühlsgedächtnis“ abgespeichert und ist dem Bewusstsein und somit der Versprachlichung nicht unmittelbar zugänglich. Traumatisierte erinnern sich daher in den meisten Fällen an zusammenhangslose Bruchstücke der traumatischen Erfahrung. Parallel dazu erleben sie Farben, Formen und Gefühlszustände, die keine Chronologie und somit keine ausreichende Kontrollierbarkeit ermöglichen. Auch entsteht bei der Wiedergabe Peinlichkeit und Scham, wegen der Unfähigkeit, den chronologischen Ablauf zu erläutern. 

 

Es gibt gute und erfolgsversprechende Techniken, die heutzutage in der Traumatherapie eingesetzt werden, um traumatisierten Menschen zu helfen, doch meist steht Sprache im Vordergrund. Daher gestaltet sich die erste Zeit der Therapie oft zäh, der Traumatisierte ist stark gefährdet, in Intrusionen zu verfallen. Und damit kommen wir zu einem speziellen Behandlungsproblem bei Traumata: Das zwischenmenschliche Hauptkommunikationsmittel ist nun einmal die Sprache, welche jedoch einem traumatisierten Menschen oft in seiner Funktion als Mitteilungsmedium stark überfordert. Formulierungen, wie “stumm vor Schreck, sprachlos vor Angst“ zeigen, dass die in der menschlichen Entwicklung höchste Form der geistigen Entwicklung nicht immer zur Verfügung steht. Das Trauma hat dem Traumatisierten im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlagen. Er fällt bezogen auf sein Trauma in eine Entwicklungsphase der „Sprachlosigkeit“ zurück, wie in seiner Säuglingszeit! Die traumatischen Erfahrungen werden "bedeutungslos" in den Körper "eingeschrieben" und können daher nicht in das Bewusste integriert werden. Und oft können dann diese körperlich eingravierten und nicht verwörterbaren Erfahrungen zunächst nur in körperlichen und emotionalen Zuständen einen Ausdruck finden. Zum Beispiel in Gefühlen, in Bildern, in Farben, in Körperempfindungen, in Bewegungen.

 

Lösung für die gerade dargestellte Problematik bei der Behandlung von Traumapatienten kann die Hinzunahme der tiergestützte Therapie sein. Dies mit dem Ziel, den Traumatisierten schnellstmöglich aus seinem „motorisch-psychischen Schockzustand“ zu befreien.

 

Bei der Integration eines Tieres in die therapeutische Behandlung wird das Tier zum Co- Therapeuten des Behandlers. Tiere können im Menschen ursprüngliche Primärprozesse wecken und frühkindliche, non-verbale Schichten des seelischen Erlebens ansprechen und den Traumapatienten dort erreichen und abholen, wo er „feststeckt“. Dadurch findet der Mensch Zugang zu seinen impliziten Potenzialen (d.h. zu gespeichertem Erleben, welches dem Bewusstsein nicht zugänglich ist, wie z.B. ein Trauma/unbewusster Konflikt) und kann sie mit explizit-kognitiven Modi verknüpfen und somit begreifen. 

 

Zudem kann der Mensch Erfahrungen mit den Tieren auf den Umgang mit - und die Beziehung zu Menschen übertragen. Aus diesem Grundgedanken heraus entwickelte sich die Idee der Integration der tiergestützten Therapie in die Traumatherapie! Denn das Tier holt den Patienten an der Stelle ab, an der ihn das traumatische Ereignis hat stehen lassen. Zudem handeln Tiere instinkthaft und sind sehr einfühlsam, wie nah und vertraut sie ihrem Interaktionspartner gegenübertreten möchten und dürfen. 

 

Vor allem bei Traumapatienten, die Erfahrungen mit Grenzüberschreitung, polizeilicher Aufforderung der Tatschilderung und weiteren Überforderungen machen mussten, ist das instinktive und feinfühlige Interaktionsangebot eines Tieres, eine erste Chance, aus der „Schockstarre“ herauszufinden. 


TIERGESTÜTZTE PSYCHOTHERAPIE

Der Einsatz von tierischen Co-Therapeuten in der klassischen ambulanten Psychotherapie kann wertvolle ergänzende Arbeit leisten. Tiergerechte Haltung, Hygienevorschriften und Sicherheit von Tier und Mensch müssen hierbei gewährleistet sein. Nicht jedes Tier hat Freude und die Befähigung, in einer Psychotherapie als Co-Therapeut zu fungieren. Viele Tiere aber lieben die therapeutische Arbeit und es ist beobachtbar, wie sie eigenmotiviert und kompetent intervenieren.

  

Meist wird die Rolle des tierischen Co-Therapeuten durch einen Hund oder eine Katze eingenommen. Wichtig ist, dass das Tier einen Wirkungsbereich der Psychotherapie ausmachen sollte und nicht permanent im Fokus des Geschehens stehen darf. Auch muss der Behandler bewusst entscheiden, ob und wie oft das Tier beim jeweiligen Patienten/Klienten einsetzbar ist, im Sinne eines individualisierten Behandlungsplanes. Die Wirkung des Tieres erfolgt meist durch intuitive und selbstständige Angebote des Tieres an den Menschen und nicht durch Anleitung und Vorgaben des Psychotherapeuten. Diese Authentizität des Tieres gibt den Mehrwert und die entscheidende Ergänzung für die Psychotherapie. Diese „freie Arbeitsweise“ kann also als wichtigste Interventionsstrategie in der tiergestützten Psychotherapie genannt werden. Bei einigen Patienten/Klienten spielt das Tier nur eine untergeordnete Rolle, bei Anderen hat das Tier einen wichtigen und festen Platz im therapeutischen Prozess. Das Tier bringt sich bei dem jeweiligen Patienten auch unterschiedlich ein und auch bei selbigen Patienten kann sich die Dynamik mit dem Tier verändern. 

 

Das Tier „als Dritter im Bunde“ sollte eine zu reflektierende Komponente sein, d.h. der Therapeut sollte die Wirkung des Tieres in seinen Behandlungsplan integrieren und immer wieder für sich aktualisieren und reflektieren. Zudem sollte dem Psychotherapeuten bewusst sein, dass die Arbeitsbeziehung Therapeut - Patient - Tier sich in ihrer Dynamik in jeder einzelnen Psychotherapie neu gestaltet.

 

Grundsätzlich ist zu sagen, dass durch die Präsenz des Tieres im Therapiekontext:

  • Empathie gefördert werden kann
  • Emotionen geweckt werden können
  • Nähe und Wärme gelernt und zugelassen werden können
  • Trost empfangen werden kann
  • taktile Reize durch streicheln und spielen eingesetzt werden können
  • Zuwendung des Tieres erfahren werden und
  • Vertrauen zu dem Tier gewonnen werden kann. 

Auch in der ambulanten Psychotherapie wirkt der tierische Kollege durch das Angebot der Non-verbalen Kommunikation und die Aktivierung der archaischen Ebenen psychischer und körperlicher Strukturen im Menschen. Zudem verändert das Tier durch seine Präsenz die Interaktionsstruktur, da jetzt ein Dritter im Raum ist. Somit erleben viele Patienten/Klienten die sprachlichen Kommunikationangebote des Behandlers weniger konfrontativ, da sie über das Tier ein erweitertes Kommunikationsangebot erhalten. Zudem kann gerade am Anfang einer Psychotherapie über das Tier die verbale Kommunikation zwischen Behandler und Behandeltem beginnen. Oder der Patient/Klient legt seine Stimmung oder Meinung dem Hund in den Mund, da er sich noch schämt, etwas als "seins" vor dem Therapeuten zu vertreten.

Auch als atmosphärischer Feedbackgeber kann man das Tier verstehen, d.h. das Tier verhält sich der Stimmung im Behandlungszimmer entsprechend und spiegelt dem Therapeuten und dem Patienten/Klienten die Atmosphäre im Raum wieder. So kann das Tier aufmerksam schauen, friedlich schlafen, nervös wirken, umhergehen, beim Patienten sitzen oder beim Therapeuten sitzen u.s.w. Dies kann zum Thema zwischen Behandler und Behandeltem werden und zu wichtigen und wertvollen Erkenntnissen und Prozessen führen. 

 

Im klassischen psychotherapeutischen Kontext kann der Co-Therapeut Tier dem Patienten/Klienten somit Hilfs-Ich, Selbstobjekt, Projektionsfläche, Identifikationsobjekt, Übertragungsobjekt oder auch Spiegel des Patienten sein. Beispielhaft für diese Funktionen sind Sätze des Patienten: 

  •   „der Hund spiegelt oft meine Stimmung wieder“
  •   „der Hund freut sich schon die ganze Woche auf mich“
  •  „der Hund hat so einen traurigen Blick"
  • „der Hund möchte von mir gestreichelt werden, vielleicht geben sie ihm zu wenig Zuwendung?“
  •  „ja du armer Hundi wirst ja auch oft falsch verstanden“  
  •  „der Hund möchte sicherlich lieber spazieren gehen, als hier mit uns zu sitzen."
  •  „der Hund findet mich heute total langweilig“.

Innovatives Konzept der tiergestützten Psychotherapie für traumatisierte Patienten

Für traumatisierte Menschen kann eine spezielle Form der tiergestützten Psychotherapie eine große Wirkung haben. 

 

Der Ausbau der tiergestützten Therapie in der Psychotherapie, speziell für Traumapatienten, ergab die Idee der Kooperation mit dem Tierschutz. Im Fokus steht hierbei das interaktive Heilen zwischen Mensch und Tier. Denn der Traumapatient fühlt sich als Opfer, handlungsunfähig und sprachlos. Im klassischen therapeutischen Setting fehlt die Identifikationsfigur, sprich ein Model, das ihm zeigt, wie er aus dem Elend heraus kommt. Für traumatisierte Menschen scheinen Tiere, die selber Leid erfahren mussten, eine identifizierende Rolle einzunehmen:

 

„Du kannst nicht sprechen, genau wie ich, Du hast gelitten, wie ich“. 

 

Das Tier als Leidensgenosse erlaubt der Person, die Erfahrung von Gemeinsamkeiten, ja von Gleichheit oder gar Einheit mit einem anderen Lebewesen. Und eben diese tiefe Verbundenheit ist Ausdruck einer intensiven Beziehung: „Wir beide haben etwas Schlimmes erfahren, worüber wir nicht sprechen können!" In diesem Sinne kann man von dem Tier als spiegelndes Selbstobjekt sprechen, welches die Person insofern therapiert, als das es Akzeptanz und Bestätigung signalisiert und es dem Patienten so ein Stück weit ermöglicht, sich kompetent zu erleben - „ich helfe dir“ - und sich wertvoll zu fühlen: „Ich kann dich verstehen“! Der Patient projiziert folglich sein Leid und seine Ängste auf das Tier, dadurch ist das Leid nicht nur bei ihm Selbst und kann besser ertragen werden. Die Identifizierung mit dem Tier, entsteht durch die Gemeinsamkeit, Leid erfahren zu haben: Das Tier wird als Gleichgesinnter angenommen! 

 

In dem innovativen Konzept der tiergestützten Traumatherapie wird also das leiderfahrene Tier Co-Therapeut in der Rehabilitation von
 Traumaopfern. Der typische Schockzustand „starr vor Angst“, in dem sich der Traumapatient befindet, führt zu der bereits erläuterten Handlungsunfähigkeit. Durch das Verantwortungsgefühl und Einfühlen in das leiderfahrene Tier, durch die Identifikation mit dem Leid des Tieres und dem Gefühl von Verbundenheit, gewinnt der Patient seine Handlungsfähigkeit zurück. Mit anderen Worten: Der Impuls, dem Tier zu helfen, da man ja selber weiss, wie sich die Opferrolle anfühlt, bringt den Traumatisierten aus seiner Opferrolle heraus. Er wird zum Helfer des Tieres und kommt dadurch wieder in seine Handlungsfähigkeit zurück. Es werden Verantwortungsgefühle für dieses „adoptierte Patentier“  ausgelöst und somit der Patient durch Erlangung von Kompetenzgefühlen aus seiner „Schockstarre“ herausgeholt.

 

Die Zusammenarbeit mit dem Tierschutz verstehe ich als WinWinWin Situation. Der Traumapatient wird aktiv, über seine Verantwortung dem Patentier gegenüber! Er heilt sich dadurch selbst, weil er kompetent wird. Tier und Mensch heilen sich gegenseitig! Der Therapeut hat einen Co-Therapeuten, durch den die Therapie effizienter wird! Nicht der Therapeut sitzt vor dem Patienten, sondern der kompetente Patient hilft dem kompetenten Tier. Der Therapeut als Dritter im Bunde betreut fachlich diese interaktive Heilung.


STIFTUNG FÜR TIERGESTÜTZTE THERAPIE

Die Stiftung soll tiergestützte Therapie, tiergestützte Psychotherapie und tiergestützte Traumatherapie in Deutschland voranbringen. Tiere werden bereits weltweit erfolgreich stationär/ambulant in der Altenpflege, bei Demenzerkrankten, bei psychisch Kranken, in der Kinder - und Jugendtherapie und bei autistischen und geistig behinderten Menschen eingesetzt. Auch ambulantes, psychotherapeutisches Arbeiten mit Tieren als Co-Therapeuten beginnt in Ansätzen immer mehr, doch bedauerlicherweise fehlen finanzielle Unterstützungen aus dem Gesundheitssystem, um diese wirksame und kostengünstige Methode flächendeckend voranzubringen. Weitere Forschungsarbeiten und Pilotstudien sind notwendig, um die tiergestützten Therapieformen als anerkanntes Verfahren durchzusetzen. Es bedarf der weiteren praktischen Nachweisbarkeit und der Veröffentlichung fallbezogener Ergebnisse. Hierbei bedarf es Verhandlungen um mögliche staatliche und kommunale Bereitstellung von Geldern zur Finanzierung von Therapiezentren für Feldversuche, sowie schließlich Verhandlungen mit den Krankenkassen, um eine Anerkennung durch das Gesundheitssystem zu erreichen. Die Stiftung fördert Projekte und Forschungsarbeiten zum Thema tiergestützte Therapie in Deutschland, um Patienten/Klienten damit einen effizienten Heilungsprozess zu ermöglichen.

 

Des Weiteren soll die Stiftung die Errichtung von tiergestützten Traumatherapie-Zentren in Deutschland fördern. In diesem Sinne soll sich eine Koppelung von tiergestützter Intervention und Psychotherapie in Therapiezentren in Deutschland in stationären Reha-Zentren und ambulanten Settings etablieren, wo Traumapatienten im Behandlungszeitraum neben der Psychotherapie auch ein Patentier erhalten. Im ambulanten Setting könnte der Therapeut mit dem Patienten zu kooperierenden Tierpensionen gehen. Im stationären Setting mit angegliedertem Hof wäre der Patient - begleitet von Tierpflegern - sogar für die tägliche Pflege des Tieres verantwortlich. Somit wäre der Patient aktiv, würde morgens aufstehen, da er das Tier füttern muss usw. Dass hieße, durch die Verantwortlichkeit für das Patentier erhielte der Patient eine aktivierende Tagesstrukturierung, i.S. einer therapieflankierenden Maßnahme. In therapeutischen Einrichtungen stehen die Tiere, nach Absprache mit den Pflegern, für den therapeutischen Einsatz zur Verfügung. Die tiergerechte Haltung, Hygienevorschriften und Sicherheit werden durch ein Team von Psychotherapeuten, Tierpflegern und Tierärzten gesichert.